Aus unseren Dojos: Über den Schatten gesprungen – der Weg zurück zum alten Lieblingssport

JukurenVor langer Zeit war ich ein junger Karate-Kämpfer. Jung und kraftvoll trainierte ich regelmäßig mit meinen Sportkollegen und wusste nicht, wie wichtig das Karate für mein inneres Glück eigentlich war.

Irgendwann nahmen andere Dinge mehr Raum im Leben ein – es gab berufliche Ziele zu erreichen, ich gründete eine Familie und kümmerte mich abends um Kinder und Frau. Und irgendwann merkte ich, dass ich aufgehört hatte, zum Training zu gehen. Erst schleichend, dann endgültig. Das Leben hatte anscheinend andere Pläne für mich.

Als die Kleinen größer wurden, stellten wir uns die Frage, welchen Sport sie wählen sollten. Selbstverständlich brachte ich sie zum Karate. Und damit fing es an.

Ein nagendes Gefühl, eine Erinnerung an intensives, bereicherndes Karate-Training. An das lebendige Gefühl meiner Jugend.

Doch – wie passt ein Endvierziger in eine Gruppe von 15- bis 30-jährigen Sportlern, die doch so ganz energiegeladen trainieren können? Die sich auf ihren Sport fokussieren können, wie es neben Familie und Job kaum möglich ist?

Nach einigen Gesprächen mit ehemaligen Sport-Gefährten wurde deutlich, dass ich nicht allein mit diesen Gedanken war. Ob es wohl möglich wäre, das Karate unter gleichgesinnten Menschen zu trainieren, die in einer ähnlichen Lebensphase sind?

Unser Karate-Meister trug sich zu der Zeit bereits länger mit der Idee, eine Karate-Gruppe für „Jukuren“ zu gründen. Jukuren nennt man in Japan lebenserfahrene Karateka, die älter sind und bereits seit langer Zeit die Kampfkunst trainieren. Es dauerte nicht lang und wir hatten eine Reihe alter Trainingskollegen zusammen getrommelt und konnten wieder unter Unseresgleichen Karate trainieren. Es sieht anders aus als früher, es fühlt sich auch anders an. Doch es ist eine so positive Erfahrung, wieder „drin“ zu sein, dass sich die Frage eigentlich gar nicht mehr stellt, ob ich am Trainingsabend zur Halle, zum Dojo, fahre, oder zu Hause auf dem Sofa entspanne.

Diese tolle Erfahrung kann man aber nicht nur im Karate machen. Ob „Alt-Herren-Fußball“, Damen-Turn-Gymnastik, Pilates oder gemischtes Beach-Volleyball, es gibt inzwischen in der Vereinslandschaft so viele Angebote für Menschen, die das Leistungssportalter deutlich hinter sich gelassen haben, dass es eigentlich keine Entschuldigung mehr gibt. Wer rastet, der rostet! Gerade das Karate hat gesundheitsfördernde Wirkungen – es stärkt die Muskeln im gesamten Körper, fördert Koordination und Stabilität im Rumpf. Durch das dauernde Wechselspiel von Anspannen und Loslassen während der Trainingseinheiten zieht auf Dauer eine Grund-Entspannung in den Alltag ein.

Unbeschreiblich wertvoll ist außerdem der bereichernde soziale Zusammenhalt, der aus dem jahrelangen gemeinsamen Training in unserer Gruppe erwachsen ist. Also: für alle unter Euch, die noch fündig werden wollen heißt es nun: raus aus der Trägheit und gebt Euch einen Ruck, guckt Euch um und ergreift die Initiative für Eure zukünftige Lebens-Gesundheit.

Es lohnt sich – über den Schatten zu springen zum Sport der eigenen Jugend.

Text: Anonym, bearbeitet von Judith Niemann
Foto: Budokan Bochum


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