Aus unseren Dojos: Karate, eine Sprache, die die Welt verbindet

JapanTCGGEAm 29.04.2018 (dem Geburtstag des Tennos) machten sich einige Karateka der Karateabteilung des Turnerclubs Gelsenkirchen 1874 e.V. auf eine 14-tägige Reise nach Japan.

Selbstverständlich war eine Rundreise zu wunderschönen Plätzen wie Kyoto, Himeji, Nara und Kobe bzw. auch sehr bewegenden Orten, wie Hiroshima, geplant, weil die meisten der Gruppe bisher noch nie einen Fuß auf japanisches Festland gesetzt hatten und Land und Leute ein wenig kennenlernen wollten.

Ebenfalls war natürlich auch Training im Mutterland des Karate, unter Gleichgesinnten, fest in diese Reise eingeplant.

Hierzu hatte Olaf Meulenberg, der bereits zum sechsten Mal in den zurückliegenden zehn Jahren das Land bereist hatte, höflich Kontakt zum Shudokan Dojo, welches sich unmittelbar am Osaka Castle befindet, aufnehmen lassen und es wurde ihnen freundlich mitgeteilt, dass seine Mitreisenden und er herzlich dazu eingeladen sind, gemeinsam zu trainieren.

Leider bestand lediglich zweimal die Möglichkeit, während des gesamten Aufenthalts zu trainieren. Aber auch diese beiden Möglichkeiten sollten sehr intensiv genutzt werden.

Am ersten Trainingstag wurden sie herzlich durch Herrn Momoji Sudoh begrüßt, welcher der Hauptverantwortliche für sämtliches Training im Shudokan Dojo ist. Dort findet nicht nur Karatetraining statt, sondern es wird auch intensiv Kendo und Judo dort trainiert. Herr Sudoh (78) kann seit seinem neunten Lebensjahr auf eine lange Karriere als Kampfkünstler zurückblicken und wurde hierbei auch durch Judo, Aikido und Kendo geprägt. Seit seinem 15. Lebensjahr hatte er sich dem Karate zugewendet und studierte später in Tokio zusammen mit Hideo Ochi, der ja schließlich das Karate in Deutschland maßgeblich prägte und große internationale Erfolge mit klangvollen Namen der deutschen Karateszene, wie z.B. Franz Bork, Bernd Milner und vielen anderen mehr erzielen konnte.

Selbstverständlich wurden vor Trainingsbeginn die fast schon obligatorischen Gastgeschenke (Omiyage) übergeben, worüber sich natürlich sehr gefreut wurde.

Die japanischen Trainingskameradinnen und -kameraden waren natürlich auch ein wenig neugierig auf die „Gaijin“ aus Deutschland. Es entwickelten sich vor Trainingsbeginn noch einige interessante Gespräche und man konnte die Menschen ein bisschen näher kennenlernen. So wurde in Erfahrung gebracht, dass einige der Anwesenden auch eigene Dojos leiten, aber speziell montags und mittwochs unter fachkundiger Anleitung von Herrn Kiichi Takeda (8. Dan) sich auch noch selbst weiter entwickeln möchten. Unter anderem gehörte zu den Trainierenden auch Frau Hiroko Takashima, welche selbst vor 40 Jahren Kata-Weltmeisterin gewesen ist.

Herr Takeda verfügt trotz seiner 77 Jahre immer noch über eine exzellente Fitness und leitete das Training von Anfang bis Ende. Nach Absprache wurden beide Trainingseinheiten mit dem Schwerpunkt Kata versehen. Nach gemeinsamem Aufwärmen wurden die Gruppen aufgeteilt. Die Dan-Träger übten sich intensiv an höheren Katas und die Mittel- und Oberstufe widmete sich intensiv den Heian-Katas, sowie Tekki Shodan. Es wurden der korrekte Stand, der Hüfteinsatz, Hikite sowie das jeweilige Timing intensiv geübt und immer wieder fanden unter der fachkundigen Anleitung der Trainer vielfältige Anregungen bzw. Korrekturen bei allen Trainierenden statt.

Etwas Humor durfte beim Training natürlich auch nicht fehlen, wovon sich selbst Herr Takeda nicht ausnahm. Insgesamt war eine äußerst angenehme Trainingsatmosphäre zu konstatieren. Der Abschluss des ersten gemeinsamen Trainings war, dass Frau Takashima noch einmal ihre ehemalige WM-Kata (Gojushiho-Sho) präsentierte und der Autor freundlich dazu aufgefordert wurde, die Kata Jiin vorzuführen.

Während am ersten Trainingstag eher noch die „Testphase“ war, was man mit den „Deutschen“ anfangen kann, wurde die zweite Trainingseinheit schon ein bisschen darauffolgend aufgebaut. Für die Unter- und Mittelstufe waren erneut die Heian-Katas, sowie Tekki Shodan, mit Verweisen zur Bunkai vorgesehen, während sich die Dan-Träger mit Kanku-Dai, Chinte und Sochin beschäftigen durften. Auch diese Trainingseinheit war ausgesprochen positiv und intensiv.

Zum Abschluss des Trainings gab es erfreulicherweise noch eine kurze Möglichkeit, Anwendungsmöglichkeiten im Bunkai zu erörtern, wobei sich alle einig waren, dass eine zielgerichtete bzw. verständliche Anwendung der Techniken großartige Ansätze für jede Form angewandter Selbstverteidigung bietet.

Leider gingen die Trainingszeiten sowie die ganzen zwei Wochen in Japan wieder einmal viel zu schnell herum und es wurde sich versprochen, in absehbarer Zeit sich möglichst wiederzusehen, um die frisch gewonnenen Kontakte weiter zu vertiefen.

Sicherlich eine Einladung, die gerne wahrgenommen wird.

Text und Foto: Olaf Meulenberg


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