Aus unseren Dojos: Shōtōkan-Speziallehrgang Nijūshiho

Nijushiho 2018 Milner-HenkelIm Oktober fand in der Bochumer Lohringhalle der Shōtōkan-Speziallehrgang zur Kata Nijūshiho statt. Viele Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet folgten der Einladung von Bernhard Milner (9. Dan Shōtōkan, Stilrichtungsreferent KDNW), und Wolfgang Henkel (6. Dan Shōtōkan, SV-Ausbilder DKV) Die Graduierung der Teilnehmer war bemerkenswert: vom 8. Kyū bis zu höheren Dan-Graden.

Der für alle Beteiligten besondere Tag stand ganz im Zeichen von präzise abgestimmten Abläufen und deren Anwendung unter den Aspekten der Selbstverteidigung. Nach kurzer Begrüßung und Aufwärmung stiegen die Karateka direkt ins Training ein.

Den Einstieg gestaltete Bernhard Milner. Er teilte die Kata in kleine Sequenzen auf, die immer wieder geübt wurden. Dabei gab Milner durch seine exakt koordinierten Kommandos den Takt vor und verriet immer wieder wertvolle Tricks zur Ausführung der Techniken.

Nach kurzer Pause startete Wolfgang Henkel den ersten Bunkai zur Selbstverteidigung mit dem Hinweis: „Die ersten Techniken der Kata haben wir sehr oft geübt, die letzten Techniken weniger oft. Deshalb fangen wir nun mit den letzten Techniken an.“ Dies wurde prompt umgesetzt: Im Training mit Partner wurden die Würgeabwehr durch den Block Mawashi Uke und der anschließende Konter durch einen doppelten Handballenstoß (Jōdan und Chūdan) geübt. Sowohl Wolfgang Henkel als auch Bernhard Milner gaben jedem Karateka Tipps und Anregungen zur Effektivitätssteigerung aus ihrem jahrzehntelangen Erfahrungsschatz.

Schon bald waren alle Teilnehmer in der Lage, die Techniken zügig und stetig auszuführen. Anschließend demonstrierte Henkel eine weitere Würgeabwehr von der Seite: Beide Hände werden, nach kreisförmigem Ausholen, auf die Unterarme des Angreifers geschlagen, um direkt danach mit einem starken doppelten Fauststoß Awase Tsuki anzugreifen. Nach kurzer Übung dieser Würgeabwehr folgte die letzte Technik des Lehrgangsabschnittes: Ein Griff von der Seite zum Hals wird verhindert, der Arm des Angreifers gefasst und gleichzeitig wird mit dem Tritt Chūdan Yoko Geri Kekomi gekontert.

Zum Abschluss wurden alle Techniken in einer intensiven Viergruppen-Trainingseinheit geübt. Der Verteidiger sah sich einem Angreifer gegenüber, zwei weitere Angreifer postierten sich jeweils auf der linken und rechten Seite. Nun musste der Verteidiger das soeben Erlernte anwenden und sich gegen alle Angreifer behaupten.

Nach einer Stärkung in der Mittagspause stand die folgende Trainingseinheit ganz im Zeichen der Kata-Perfektionierung in Technik und Ablauf. Milner regte an, dass sich die Lehrgangsteilnehmer in zwei Reihen hintereinander aufstellten. Jedem Lehrgangsteilnehmer war somit ein Trainingspartner zugeteilt. Nun wurden kurze Kata-Sequenzen geübt. „Achtet auf die genaue Ausführung der Techniken und gebt eurem Partner Rückmeldung durch Lob oder Kritik“, forderte der Referent. Auf diese Weise wurde die gesamte Kata gemeinsam spielerisch geübt und dadurch der korrekte Ablauf vertieft.

Den Abschluss des Nachmittags bildete eine weitere Trainingseinheit mit Anwendungen der Kata-Techniken zur praxisgerechten Selbstverteidigung. Wolfgang Henkel demonstrierte so z. B. beeindruckend, wie ein Angriff zum Hals mit dem Doppelschlag Hasami Uchi und anschließendem Stoß Wan Uchi gekontert wird. Am Ende hat jeder Teilnehmer zu jeder Katasequenz mind. eine effektive Anwendung lernen können.

Alle Teilnehmer waren mit dem Verlauf des Seminares sehr zufrieden und hatten eine Menge Spaß. Den beiden Referenten ist es gelungen, den Karateka die „Kata der 24 Schritte“ Nijūshiho spielerisch, aber dennoch eindrucksvoll näher zu bringen. Das Seminar bot allen eine willkommene Abwechslung zum Trainingsalltag. 

Text und Foto: Sebastian Gilly

(sv)


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