Aus unseren Dojos: Jukuren-Lehrgang mit Fritz Nöpel und Axel Koschorreck

jukuren lg 2019 03 03Im Kamener Dojo fand am Sonntag, den 03. März ein Jukuren-Lehrgang statt. Die Leitung hatten Hanshi Fritz Nöpel und Renshi Axel Koschorreck.
 
Am Anfang des Lehrgangs wurde ein Mondo durchgeführt. Die Themen von Sensei Fritz Nöpel waren vielfältig.

Bubishi:
Die Bubishi, die man heute als Zeichnungen kennt, stammen aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Deutlich wird dies daran, dass die Personen einmal mit Glatze und einmal mit Zopf zu sehen sind. Die Bubishi sind grobe Zeichnungen. Daher muss man genauestens beobachten, was in den Zeichnungen passiert. Die Stände sind hierbei wichtig. 
 
Die alten Meister haben jeden Tag Karate-Do praktiziert. Jeder Mensch hat 48 Waffen, wovon sich jeweils 12 Waffen in den Armen und Beinen befinden.
 
Karate-Do-Praktizierende:
Ein/e Karate-Do-Ka muss wissen, welche Ziele man /frau treffen muss und wo es weh tut. Jede/r muss sich entscheiden, ob sie/er den Weg der Perfektion gehen möchte. Dann müssen auch die letzten 10 % ihres/seines Karate-Do stimmen; die genaueste Einhaltung der Distanz, die Wahl der Waffe, das Ziel und die Stände, um nur einige zu nennen. Die Waffen müssen beherrscht werden. Wichtig dabei ist, dass das Vertrauen zum eigenen Können aufgebaut wird. Hierzu müssen die für einen geeigneten Techniken gesucht und immer wieder geübt werden. Welche Techniken kommen „mir“ entgegen? Diese werden dann häufiger geübt. Wenn ständiges Training in Können übergeht, entsteht daraus Vertrauen in sich selbst und Zufriedenheit. Ein Karate-Do-Ka sollte auch auf die Suche nach sich selbst gehen. Denn erst wenn man/frau sich selbst, seine eigenen Schwächen und Stärken kennt, versteht man andere Menschen besser. Die Beseitigung der eigenen Ängste kann frau/man dadurch erreichen, sich mit diesen auseinanderzusetzen.

Karate-Do ist eine individuelle Angelegenheit, aber erst, wenn Omote trainiert und begriffen wurde, darf etwas für sich selbst verändert werden. Weiter gegeben wird aber immer das Omote, damit auch die Schüler*innen die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln.
 
Ideal im Karate-Do ist, einen Angriff zu starten; „Angriff ist die beste Verteidigung“. Dies ist im Sinne von Senosen (entgegen kommen) oder Senken (zuvor kommen) zu verstehen! Es bedeutet nicht, die Gefahr zu suchen. Im Gegenteil: Ein Karate-Do-Ka meidet Gefahren und Konflikte. Dies ist Ausdruck von Vernunft und hat nichts mit Feigheit zu tun.
 
Kampfkunststile:
Es gibt nur zwei Stile, aus denen sich die heutigen weiteren Stile entwickelt haben. Der Nordstil und der Südstil:
Der reine Nordstil ist das Taekwondo aus Korea. China zeichnete sich im Norden durch weites Land aus. In früheren Zeiten befanden sich hier die meisten großen Städte. Daher wurde dort lange Techniken praktiziert.

Im Süden Chinas, wo der Südstil zu Hause war, gab es nicht diese weiten Flächen. Es gab Flüsse, Sümpfe, Büsche, schmale Brücken. Daher waren hier die Stöcke und Speere kürzer als im Norden und es entwickelten sich kürzere Techniken.

In der heutigen Zeit gibt es auch einige gemischte Stile. Dies sind u. a. Wado Ryu und Shito Ryu.
 
Kata:
Es gibt acht Shungwo Kata und vier Fukien Kata, wobei die Sanchin und die Tensho Kata zu der letzteren Kategorie zählen. Sie enthalten aber Anteile von Shungwo Kata. Darüber hinaus gibt es noch eine Taikyoku Kata.

Es gab ca. 200 Kata in China. 40 Davon sind nach Okinawa gelangt. 
 
Die Jukuren no Kata wurde von Hanshi Fritz Nöpel entwickelt. Hintergrund ist, dass in den  anderen Kata immer wieder Stände und Techniken vorkommen, die mit einer Lebenserfahrung von 70 bis 80 Jahren Schwierigkeiten bereiten. Die Jukuren no Kata kann man sich über verschiedene Wege erschließen:
- über die Gymnastik
- über die Atmung
- über die Selbstverteidigung.
 
Im Anschluss an das Mondo und nach einer Erfrischung wurde der praktische Teil des Lehrgangs durchgeführt: 
 
Nach dem Aufwärmen übten die einzelnen Trainingspaare individuell die Bubishi. Diese wurden dann auch vorgeführt und erklärt. Sensei Fritz Nöpel gab jedem Paar noch Tipps für die Ausführungen. 
 
Sensei Axel Koschorreck trainierte dann mit den Teilnehmer*innen Jukuren no Kata. Zunächst wurde der Ablauf geübt, bevor es zu den Feinheiten ging. Zuletzt trainierten die Trainingspaare die einzelnen Kombinationen der Kata in der Anwendung.
 
Text/Foto: Martina Dorka, redaktionelle Überarbeitung: Heike Buck
(ema)
 

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