Aus unseren Dojos: Gute Stimmung beim fünften Lehrgang zu Fronleichnam

2019 06 20 89 klebende Hände kontrollieren den GegnerZum fünften Mal in Folge richteten die Karateka des TV Jahn Rheine einen Lehrgang zu Fronleichnam aus. Insgesamt nahmen 112 Karateka teil, da einige sich nur für ein oder zwei Tage angemeldet hatten, blieb die Teilnehmerzahl pro Tag knapp unter 100.

Die Teilnehmer waren aus NRW, Niedersachsen aber auch aus Hamburg und mit der längsten Anreise aus Vaihingen angereist. Einige Gäste haben schon eine gewisse Routine dafür entwickelt, bereits am Mittwochabend ihre Zelte quasi am Stammplatz aufzustellen. Das Tennis-Club-Haus mit den angrenzenden Grünanlagen bietet hervorragende Rahmenbedingungen um zwischen den Trainingseinheiten auch die nötige Ruhe zu finden und wieder Energie zu tanken.

Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit an bis zu fünf Trainingseinheiten pro Tag teilzunehmen, die nach Leistungsgruppen unterteilt in drei Sporthallen des Sportparks angeboten wurden. Zur Verstärkung des eigenen Trainerteams hatten die Karateka wieder namhafte Gasttrainer eingeladen.

Für den Blick über den Tellerrand war Jan Beißner zu ständig. Er ist Landestrainer u21 und Senioren im nordrheinwestfälischen Jiu-Jitsu Verband und Träger des 4. Dan. Mit seiner Tochter Biana, amtierende deutsche Meisterin und Vizeweltmeisterin, zeigte er eindrucksvoll wie ein Angreifer mit Hebeln und Haltegriffen unter Kontrolle gebracht werden kann. Einige dieser Techniken kommen im Goju-Ryu Karate-Do auch vor. Da sie aber nicht ständig intensive geübt werden konnten die beiden viele Tipps geben und beim Üben mit einer besonderen Leichtigkeit in der Anwendung überraschen. Unter dem Fachbegriff „Takedowns“ vermittelten sie wie man jemanden kontrolliert zu Boden bringen und von erneuten Angriffen abhalten kann und im „Situationstraining“ wurden Abwehrtechniken aus der Bodenlage und im Stand geübt.

Mit einer speziellen Art des „Kakie“, oder auch „klebende Hände“ genannt, vermittelte Prof. Dr. Reingard Zimmer in zwei Trainingseinheiten eine Spezialität des Goju-Ryu, die nicht automatisch erwartet wird, wenn von Karate die Rede ist. Sie ist Trägerin des 5. Dan Karate und des 1. Dan Kyusho Jitsu und hat sich besonders intensiv mit den weichen Elementen des Goju-Ryu (Go=hart Ju=weich) beschäftigt. In ihrer dritten Trainingseinheit ging es dann um Atmung und Ki (die innere Kraft) im Karate.

Klaus Mergel, 5. Dan aus Seelze, der keinen der bisherigen Lehrgänge ausgelassen hat, war der Bitte, auch drei Trainingseinheiten zu übernehmen, gern nachgekommen. Er unterrichtete Übungsreihen von der Grundschule bis zum sportlichen Kampf mit der besonderen Beachtung von Körperspannung und Atmung. In seiner zweiten Trainingseinheit zeigte er Anwendungsbeispiele aus der Kata Gekisai (Kata = festgelegter Technikablauf, auch als Schlüssel der Stilrichtung bezeichnet) auf. Am dritten Lehrgangstag unterstützte ihn dann Barbara Remer, 4. Dan, mit der er seit einiger Zeit einen besonderen Drill für die im Dan-Prüfungsprogramm enthaltene Kata „Kururunfa“ trainiert. Gemeinsam demonstrierten sie die Ausführung und führten die erfahrenen Teilnehmer, die diese Spezialität aber nicht so gut kennen, an diese Übungsform heran.

In den Trainingsangeboten des Trainerteams des TV Jahn spiegelte sich die Vielseitigkeit des Goju-Ryu Karate- Do. Verschiede Kata und deren Anwendungsmöglichkeiten wurden ebenso vermittelt wie Partnerformen und die Weiterentwicklung zum freien Kampf und zur Selbstverteidigung. Distanzübungen, Dreierkombinationen, Selbstverteidigung mit Kurzstock und offener Hand, angewandte Fallschule und Sturzprophylaxe wurden abwechslungsreich trainiert. Das dabei auch Poolnudeln zum Einsatz kommen und Hip Hop auf Karate trifft hätten die Teilnehmer nicht unbedingt erwartet.

Gern angenommen wurde auch das Angebot der Bogenschieß-Abteilung an allen drei Tagen in der Mittagszeit unter fachlicher Anleitung zu schnuppern.

Für die Kinder der Karate-Abteilung und deren Eltern gab es zwei spezielle Trainingsangebote und eine Einladung zu einem Gedankenaustausch bei einer kleinen Stärkung.

Und auch an den Entspannungsübungen aus dem Yoga, die Birgit Herkenhoff in der letzten Trainingseinheit des Tages anbot, bestand großes Interesse, obwohl die Übungen für Ungeübte nicht immer nur Entspannung sondern auch Herausforderung waren.

Das Wichtigste im Rückblick ist aber die Freude über eine gelungene Veranstaltung, ein hochmotiviertes Organisationsteam, Gäste, die wesentlich zu einem familiär-freundschaftlichen Verlauf beitrugen und die Vorfreude auf den Lehrgang im nächsten Jahr.

Text und Foto: Frank Beeking

(ema)


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